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Bora Bora, Gesellschaftsinseln

Schon während der Vorbereitung unserer Reise bekam Bora Bora eine mysteriöse Aura in unserer Vorstellung. Jedes Mal wenn wir z.B. Freunden von unserer Reise erzählten und dann als eines der Reiseziele Bora Bora erwähnten, kam prompt ein „Oohh“ oder „Wow“, auf jeden Fall reagierten alle ganz anders, als auf z.B. Christchurch (Sorry, liebe Christchurcher!).

Was war es also, dass uns auf dieser offenbar sagenumwobenen Insel erwarten sollte, wäre es quasi der Höhepunkt unserer Reise? Das reine Paradies? Adam und Eva und der Apfel bzw. die Kokosnuss? Auch Lara und Fiona kannten die Insel schon, also den Namen zumindest. In einer Folge von Pippi Langstrumpf erzählt Pippi davon und die beiden kennen ja alle Folgen quasi auswendig!

Nun, wie es so ist mit Idealvorstellungen, werden diese oft von der Realität eingeholt. Aber zuerst der Reihe nach.

Bora Bora ist fast vollständig von einem Korallenriff umgeben. Es existiert lediglich eine „passe“ (Meeresdurchlass), ansonsten hat es rund um die Hauptinsel nur Lagune. Die Insel ist, wie die meisten anderen Gesellschaftsinseln, ein erodierter, erloschener Vulkan. In der Vergangenheit hiess die Insel auf Polynesisch Porapora (Erstgeborene), im Glauben, dass es die erste (nach Hawaii) entstandene Insel gewesen sei. Der erste westliche Entdecker war 1769 Kapitän James Cook (nein, leider nicht Kapitän Ephraim Langstrumpf, liebe Kinder).

Im 2. Weltkrieg war die Insel eine Nachschubbasis der Amerikaner, welche eine Landebahn für Grossflugzeuge und einen grosszügig dimensionierten Hafen erstellten. Der nach dem Krieg stillgelegte Flugplatz wurde 1951, als internationaler Flughafen für die zivile Luftfahrt wieder eröffnet. Wer damals in die Südsee fliegen wollte, landete also in Bora Bora und nicht etwa auf Tahiti, das erst 10 Jahre später seinen internationalen Flughafen vollendete. So hat Bora Bora also über 10 Jahre den Südseetraum vieler damaliger Reisender geprägt und wurde quasi zu dessen Inbegriff.

Klar, auch uns hat Bora Bora gefallen, vor allem wenn man draussen in der Lagune auf einem Motu mit weissem Strand und kristallklarem Wasser ist und rüber schaut. Und eindrücklich ist dieser mächtige Felsen in der Mitte der Lagune, mit ihren tausend Schattierungen von blau, bestimmt. Und all die wundervollen, exklusiven Luxushotels auf den Motus mit ihren Wasserbungalows, in welchen die Schönen und Reichen verkehren, können auch beeindruckend sein. Aber befindet sich nun hier also das polynesische Paradies? Ich würde sagen, nein. Je näher man der Insel kommt, umso weniger idyllisch ist es. Das Dorf rund um den Hafen hat absolut keinen Charme. Und die Inselbewohner sind, nach all diesen Jahren des masslosen Tourismus, verständlicherweise auch nicht auf eine persönliche Begegnung aus. Landschaftlich ist Bora Bora zwar grossartig, doch die wenigsten wählen sie als Trekking-Destination aus. So bleibt sie leider oft nur Kulisse für den Ausblick aus einem der unzähligen Wasserbungalows und wirklich schön nur aus der Entfernung.

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Südsee ohne Bora Bora ginge ja auch nicht! Zurück würde ich persönlich aber lieber nach Rangiroa. Den Kindern gefällt es natürlich überall, wo man „Bädele“ und „Sändele“ kann…

Und ich selbst habe auch noch meine erste SUP Lektion erhalten. Später wurde ich dann lockerer und musste übrigens nicht mehr so oft nach unten schauen…

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Im folgenden Film, diesmal unter Wasser, seht ihr allerlei „Meerestiere“:

Und zuletzt ein Film aus der Luft: