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Huahine, Gesellschaftsinseln

Huahine liegt 175km nordwestlich von Tahiti und ist Teil der Gesellschaftsinseln. Die Insel besteht aus zwei Gebirgsketten, Huahine Nui (gross) und Huahine Iti (klein). Die Bevölkerung von rund 6‘000 Einwohnern verteilt sich auf acht verschiedene Dörfer, mit dem Hauptort Fare, welches der typischen, verschlafenen, polynesischen Hafenortschaft entspricht. Das Dorf befindet sich direkt am Wasser, rund um einen kleinen Hafen, mit ein paar Einkaufsmöglichkeiten und wenigen Touristenläden.

Besonders bekannt ist Huahine für seine archäologischen Ausgrabungsstätten und den „heiligen Aalen“. Da Huahine in der Vergangenheit ein Zentrum polynesischer Kultur gewesen ist, findet man rund 30 sogenannte Maraes (zeremonielle Tempel), welche von Archäologen wieder aufgebaut wurden. Vermutlich aber waren die Steine der Tempel in der Vergangenheit bei der Bevölkerung sehr begehrt, denn von den Tempeln sieht man heute nur noch die Grundrisse.

Bei der Ortschaft Faie findet man, im nahegelegenen Flussbett, die „heiligen Aale“ von Tahiti. Der Legende nach kroch der erste Aal über die Berge von Arue (Tahiti) aus nach Huahine. Da er sehr einsam war, heiratete er ein wunderschönes Weibchen aus Mataiea und begründete damit die Aalpopulation von Huahine. Heute sind sie natürlich auch eine Touristenattraktion und werden regelmässig mit „heiligen“ Makrelen aus „heiligen“ Dosen, welche auf „heiligen“ Märkten in der ganzen Insel gekauft werden können, gefüttert. Sie sind absolut harmlos und praktisch handzahm. Mit ihrer Länge von bis zu 2 Metern und den blauen Augen haben sie auch Lara und Fiona sehr interessiert, zu ihnen ins Wasser steigen wollten die beiden dann doch nicht!
Da Huahine sehr gebirgig ist, hat es nur ein paar wenige Sandstrände. Die absoluten Traumstrände finden sich am ehesten an den, um die Insel liegenden, Motus. Das gilt eigentlich fast für alle Gesellschaftsinseln. Wenn man also ein Bild von einem Traumstrand sieht, wurde das wahrscheinlich an einem Motu und nicht auf der Hauptinsel aufgenommen. Gut, die Ansprüche steigen wohl einfach mit der Zeit, denn die folgenden zwei Bilder wurden auf Huahine selbst aufgenommen…

Für uns ist Huahine auch Teil und erster Halt der Kreuzfahrt mit der MS Paul Gauguin.

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Die MS Paul Gauguin ist in der Südsee scheinbar so etwas wie eine Legende. Ob es am klingenden Namen liegt oder an ihrer, für heutige Kreuzfahrtschiffe, bescheidenen Grösse? Es hat darauf Platz für maximal 332 Passagiere. Zum Vergleich: die ebenfalls in der Südsee verkehrende Celebrity Eclipse, welche zufälligerweise gleichzeitig mit uns im Hafen von Papeete ankerte, hat Platz für 2‘850 Passagiere! Wie auch immer. Unsere Kreuzfahrt war ja nicht Monate im Voraus geplant. Das nächste Schiff, das von Tahiti auslaufen würde (und wir uns in etwa leisten konnten), war ganz einfach die MS Paul Gauguin.
Das Schiff bietet wirklich Luxus pur. Die Belegschaft ist praktisch zu jeder Zeit verfügbar, das Zimmermädchen stellt sich persönlich vor, die Kellner veranstalten jeden Abend ein Ballett um uns herum, kein Stuhl, den man selbst zurecht rücken müsste, keine Serviette, die auf dem Tisch liegen bleibt. Die Aufzählung liesse sich endlos weiterführen. Für uns, die wir als „Weltenbummler“ unterwegs sind, eine etwas andere Welt. Und auch unter den Passagieren (90% USA, 5% Neuseeland/Australien, 5% Europa) sind wir eher die Exoten und aufgrund unserer kurzfristigen Buchung nicht einmal im schiffseigenen Länderspiegel aufgeführt. Dabei hätte es uns so gefreut, mit „Schweiz: 4“ aufgelistet zu werden!
Zum Angebot auf dem Schiff gehören auch Lesungen und so haben wir also Jean Michel Cousteau, den ich schon im Artikel über Rangiroa erwähnt habe, kennen gelernt. Er spricht über die Zukunft der Weltmeere und über seine Stiftung „Ocean Futures Society“, die sich als „Stimme für den Ozean“ versteht und er taucht auch auf dem Schiff mit den Sporttauchern mit. Seine Lieblingsfrage? Welches sein schönster Tauchgang in all den Jahren gewesen sei. Der nächste!
An der Anlegestelle von Huahine werden wir demnach herzlich empfangen und für die landestypische Musikkulisse ist ebenfalls gesorgt!

Und „last but not least“ ein Video von Huahine:

Tahiti, Gesellschaftsinseln

Bis Tahiti war unsere Reise schon im Voraus geplant. “What To Do and See in French Polynesia“, dieses Kapitel hatten wir in der Schweiz, nach mehrmaligen Versuchen, immer wieder beiseitegelegt. Irgendwie schien uns das sonst so hilfreiche Internet, ausgerechnet am anderen Ende der Welt im Stich zu lassen – passend zur Internetverfügbarkeit, die hier sehr, sehr schlecht ist, aber das sollten wir dann noch vor Ort erfahren.

In Französisch Polynesien gehen die Dinge also noch ihren gewohnten Gang, was so viel heisst, dass man tatsächlich persönlich miteinander spricht oder anruft, statt eine Mail zu schreiben. Es gibt auch noch florierende Reisebüros hier! Eine Welt, wie wir sie vor 20 Jahren kannten.

Wer also keine Woche Zeit in Tahiti verbringen will, um die nötigen Kontakte zu knüpfen und an alle Informationen zu kommen, dem sei geraten, in der Schweiz einen spezialisierten Reiseveranstalter aufzusuchen. Natürlich verpasst man so viele interessante Begegnungen und erfährt vielleicht weniger darüber, wie dieses kleine, gemischte und sympathische Volk aus Polynesiern und Franzosen mitten im Paradies so funktioniert. Wobei das Paradies nicht (mehr) in Tahiti zu finden ist, dafür muss man erst einmal Tahiti verlassen, aber dazu später mehr.

Wie gesagt ist Tahiti für die Planung der einzig richtige Ort (und für uns auch, um etwas nach der längeren Reise in Neuseeland zu entspannen). Hier bekommt man z.B. im „Office de Tourisme de Tahiti“ sehr gute Ratschläge zu Schiffreisen: « Non, un cargo c’est pas bien pour une famille avec des enfants » (Nein, ein Cargo-Schiff ist nicht für eine Familie mit Kindern geeignet.) oder « Oui, l’Aranui 3 c’est une très belle expérience, mais les prix ont triples les dernières années ! » (Ja, die Reise mit der Aranui 3 ist eine sehr schöne Erfahrung, doch die Preise haben sich in den letzten Jahren verdreifacht) oder „Pour le MS Paul Gauguin vous pouvez avoir les prix pour les résidents.“ (Die MS Paul Gauguin könnt ihr zum Einheimischen-Tarif buchen.) Aha! Davon ausgehend, dass ein Einheimischer nie im Leben xxx EUR (die Summe ist zu gross für meine Tastatur!) für 2 zweier Kabinen (vierer Kabinen gibt es leider nicht) ausgeben würde und könnte, geht es also gleich nach dem Office de Tourisme ins nächste Reisebüro. Und tatsächlich, die Einheimischen bezahlen nur etwas mehr als 1/3 des regulären Tarifes! Aber „Psst“, nicht weitererzählen!

Überhaupt ist man, sobald man in Tahiti ist und die erwähnten Kontakte geknüpft hat, fast schon ein Einheimischer.

Man kann nämlich im Büro von Air Tahiti für eine kleine Gebühr eine Familienkarte für Einheimische (!) lösen. Dazu braucht man zwar ein Passfoto eines Elternteils und die Geburtsscheine der Kinder, doch dann kann man etwa 30% auf dem Flugtarif sparen. Klar, wer hat denn schon die Geburtsscheine der Kinder dabei? Aber dank des Internets (dafür ist es dann doch nützlich) und Tina in der Schweiz (Du bist ein Schatz!) kann man die Kopien direkt an Air Tahiti weiterleiten.

Oder dank eines Anrufes eines (neuen) Bekannten bei Avis, das Auto ebenfalls zum Einheimischen-Tarif mieten. Eine in Tahiti investierte Woche zahlt sich also schnell aus…

Worauf man in Tahiti grösstenteils verzichten kann, sind ausgiebige Sightseeing-Touren und die Strände sind ebenfalls nicht die zu erwartenden Traumstrände, denn sie sind schwarz. Nur bei den grösseren Hotels hat es hellen, feinen Sand, denn diese Strände wurden künstlich angelegt. Nicht ganz unser Ding.

So sind wir also ungeplant und absolut kurzfristig (5 Tage vor Abreise) zu einer Kreuzfahrt auf der MS Paul Gauguin gekommen. Eine Kreuzfahrt! Eigentlich auch nicht unser Ding, aber doch irgendwie schön und auch praktisch, um an viele der im Pazifik verstreuten Inseln zu kommen. Und um gut zu Essen und sich etwas Schönes zu gönnen, nach all den Strapazen, die so eine lange Reise mit sich bringt. Ok, beim Lesen jetzt bitte nicht laut lachen! Danke!

Über die Reise mit der MS Paul Gauguin werde ich noch ausführlich berichten. Zuerst aber sind wir nach Rangiroa im Tuamotu-Archipel geflogen, um die 5 Tage zu überbrücken und eine andere Inselgruppe zu sehen, denn die gebuchte Kreuzfahrt steuert hauptsächlich die Gesellschaftsinseln an.

Französisch Polynesien, Intro

Französisch Polynesien wird oft als Traumdestination genannt und es gibt wirklich viel traumhaftes hier, das Internet hingengen ist ein Albtraum (teuer, langsam, schlecht verfügbar), darum wird es leider noch etwas dauern, bis wir hier mehr darüber berichten können. Aber als „Appetitanreger“ kann ich schon einmal die Liste der besuchten Orte nennen und ein kurzes Video zu Rangiroa beifügen:

– Tahiti
– Rangiroa, Tuamotu-Archipel
– Huahine, Gesellschaftsinseln
– Bora Bora, Gesellschaftsinseln
– Taha’a, Gesellschaftsinseln
– Moorea, Gesellschaftsinseln