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Melbourne

Melbourne haben wir als Zwischenstopp zwischen Thailand und Neuseeland eingeplant und ausserdem wollten wir die 12 Apostel (später davon mehr) südlich davon besuchen.

Von Melbourne wussten wir nicht so ganz, was wir erwarten sollten. Wir wussten, dass es eine grosse Stadt ist (klar, nicht so gross wie Sydney). Wir hatten gelesen, dass es dort ein paar Sehenswürdigkeiten geben würde (die alte Strassenbahn, den Hafen, das „Riesenrad“ Melbourne Star, die Innenstadt, der alte, überdachte Markt und weitere interessante Gebäude aus der Gründerzeit, nur um ein paar zu nennen). Zwei Freunden von uns hatte die Stadt nicht besonders gefallen, andere haben dort mehrere Jahre gelebt… viele Fragezeichen!

Und wie würde sich die Stadt wohl anfühlen? Jede Stadt hat für mich ihre besondere Atmosphäre und darum war ich besonders gespannt, was wohl Melbourne für einen „Vibe“ haben würde.

Gleich am ersten Tag sind wir zu Fuss im CBD (City Central Business District) auf einen Strassenmusikanten gestossen, der aus ausgedienten Baumaterialen einen wirklich tollen Beat gezaubert hat.

https://www.youtube.com/watch?v=8hYDtCHyYmE

Somit hatte die Stadt schon einige Pluspunkte gesammelt, denn wo es gute Strassenmusiker gibt, da fühle ich mich gleich wohl und entspannt. Überhaupt gab es immer wieder Strassenmusiker: einmal nur mit Gitarre und Musik im Stil von Joni Mitchell, dann eine Irish-Folk Band und dann wieder eine junge Singersongwriterin, mit irrsinnig viel Publikum.

Man sieht in den Strassen, auch im CBD, viele junge Menschen. Da Melbourne eine Universitätsstadt ist, sind wohl viele von ihnen Studenten. Sie wirkten auf mich entspannter (ausser die Asiaten natürlich – aber das ist an jeder Uni weltweit wohl so), als unsere Studenten an der Universität Zürich, sowohl die von heute, als auch diejenigen, als ich noch selbst immatrikuliert war. Da merkt man, dass wir in der Schweiz in einer ausgeprägten Leistungsgesellschaft leben.

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Dann haben wir natürlich die obligate Sightseeing-Tour (aber nicht im offenen London-Bus o.ä., falls ihr das gedacht habt!) absolviert: sind mit der alten Strassenbahn gefahren, den Hafen und den Melbourne Star besichtigt, den alten Markt besucht, den historischen Bahnhof, die schönen Parks und Promenaden um dem Yarra-Fluss entlang spaziert und „Little Italy“ einen Besuch abgestattet. In 2-3 Tagen locker zu bewältigen.

Zu „Little Italy“ noch ein interessantes Detail: dieses Quartier, das anders als in New York, nicht aus engen Gassen besteht, sondern über grosszügige Strassen, fast Boulevards, verfügt, ist die „grösste italienische Stadt ausserhalb Italiens“. So jedenfalls wird sie in Melbourne genannt. Was so viel heissen soll, dass es die grösste Gemeinde von Auslandsitalienern ist. Selbstverständlich haben wir uns ein feines Gelato gegönnt, in einer Gelateria, die ebenso gut in einer italienischen Kleinstadt der 80er Jahre hätte sein können und mit einer Besitzerin, welche, ganz in italienischer Manier, eine gute dreiviertel Stunde mit uns palavert hat und am Schluss noch Lara und Fiona eine Extrarunde Gelato spendiert hat.

Gewohnt haben wir übrigens im „Space Hotel“. Der Name liess den Zöllner am Flughafen zum Witz hinreissen, ob es dort Raketenzimmer geben würde (Zöllnerhumor vielleicht…). Gebucht hatten wir es, weil es als eines der wenigen Hotels im Zentrum von Melbourne über ein Familienzimmer verfügte. Es stellte sich dann heraus, dass es eine Art privat geführte Jugendherberge war, mit Gemeinschaftsduschen (wir hatten aber zum Glück eine eigene), Gemeinschaftsküche, Waschküche und strengen Alkoholregeln (kein Alkohol im Hause erlaubt, bei den vielen jungen Hausbewohnern, sicher eine gute Idee). Und auch hier haben wir uns rundum wohl gefühlt, haben in der Gemeinschaftsküche gefrühstückt und ab und zu auch gekocht. Wer es unkompliziert mag, dem kann ich es nur empfehlen.

Also uns hat Melbourne insgesamt gefallen, wenn wir es auch mit keiner anderen Stadt in Australien vergleichen können. Auf unserem Rückweg aus der Südsee werden wir ja dann noch in Sydney, Brisbane und Darwin halt machen.