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Gili Inseln

Es gibt eine Vielzahl von Gili Inseln rund um Lombok, schliesslich bedeutet „gili“ im lokalen Dialekt „kleine Insel“, meistens sind jedoch die drei bekanntesten gemeint: Gili Trawangan, Gili Air und Gili Meno, die alle an der Nordküste Lomboks liegen. Trotz der geografischen Nähe zu Lombok, erreichen die meisten Touristen aber die Inseln per Boot von Bali aus. Auch wir sind per Speedboat, von Bali aus kommend, nach 1.5 Stunden in Gili Trawangan gelandet. Unser Plan: alle drei Inseln besuchen und danach ins ruhigere Flores (in Nusa Tenggara Timor) zu fliegen. Obwohl die Unterwasserwelt, insbesondere die Korallenriffe, durch das früher praktizierte „Dynamitfischen“ (zur Erläuterung: die Fischer werfen einfach eine Stange Dynamit ins Wasser und „ernten“ dann, die durch die Druckwelle getöteten Fische, einfach ab) stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, sind die Gilis auch ein beliebtes Ziel für alle, die einen PADI Open Water Kurs absolvieren wollen. Simona und ich waren auch insgesamt vier Mal tauchen, wobei ich es nicht unbedingt zu den Top Spots zählen würde (wohl auch darum waren es nur je zwei Tauchgänge). Immerhin haben die Einheimischen den touristischen Wert der ansässigen Schildkröten erkannt und schützen nun diese, nachdem sie früher intensiv gejagt wurden, konsequent. So kann man nun auch vom Strand aus ohne weiteres Schildkröten sichten.

Auf allen Gilis gibt es keinen motorisierten Verkehr, sondern nur Fahrräder und cidomos (Pferdekutschen).

Gili Trawangan

Gili Trawangan wird auch Gili T oder scherzhaft Gili Trallala genannt. Hier ist am meisten „los“. Die Insel wurde auch schon das indonesische Ibiza genannt. Zielpublikum: Australier-/in, 25, Surfertyp, kein Gramm Körperfett zu viel, dafür zwei Sixpacks (eins am Bauch und das andere in der Hand), „beautiful people“ halt. Trotzdem ist es dort recht angenehm, wobei die Hochsaison bei unserem Besuch noch nicht so richtig angefangen hatte. Ab Mitte Juli und im August muss dann offenbar die Post abgehen. Der Vorteil von Gili Trawangan ist sicherlich, dass es dort am meisten Infrastruktur gibt, man noch Bankomaten in genügender Anzahl findet (und vor allem funktionierende!), die Stromversorgung selten Unterbrüche hat und auch für diejenigen, die nun wirklich schon genug Mie- und Nasi-Gerichte (Nudeln und Reis), ob nun Goreng (gebraten) oder nicht, gegessen haben, gibt es auch einen vernünftigen Italiener und noch ein paar weitere westliche Restaurants.

Gili Air

Gili Air ist die zweitgrösste der drei Gili Inseln und hat einen ganz besonderen Charme. Der Tourismus ist hier noch einiges entspannter als auf Gili Trawangan und das Durchschnittsalter der Touristen etwas höher, auch gibt es hier einige Familien, die gleich eine oder zwei Wochen bleiben. Gili Air war früher als Honeymoon Insel bekannt, jedoch weichen auch viele, denen der Trubel auf Gili Trawangan zu viel wird, darauf aus. Es gibt ein kleines Dorfzentrum mit einer Moschee, ruhige Strandbars und einige Restaurants, einen kleinen Hafen mit Steg, dank dem man trockenen Fusses (im Gegensatz zu Gili Meno) an Land kommt und mittlerweile auch eine Handvoll Bankomaten. In rund zwei Stunden kann man die Insel zu Fuss umrunden. Trotz der Nähe zu Lombok (in nur 15 Minuten ist man mit dem langsamen Boot auf dem Festland) und des neuen, internationalen Flughafens auf Lombok, ist der grosse Touristenstrom bisher noch ausgeblieben. Der schönste Strand liegt im Südosten der Insel, bietet hellen, feinen Sand und ist flach abfallend, also auch für Kinder geeignet und auch bei Ebbe kann man dort schwimmen, da das Korallenriff weiter aussen liegt. An der Westküste der Insel hingegen geht das Wasser bei Ebbe auch schon mal bis zu 50m oder weiter zurück.

Gili Meno

Gili Meno liegt in der Mitte zwischen Gili Trawangan und Gili Air und wurde bisher von grösseren Touristenmassen verschont. Die Unterkünfte sind teilweise noch eher spartanisch und auch in geringerer Anzahl vorhanden, die Restaurants noch ausschliesslich von Einheimischen betrieben. Vieles wirkt provisorisch oder improvisiert und auch die Anfahrt mit dem Boot ist um einiges beschwerlicher, da es keinen Steg gibt und auch nur wenige Verbindungen zu den anderen Gili Inseln oder dem Festland bestehen. Nach dem Anlegen des Bootes heisst es also erst einmal mit Gepäck durchs Wasser waten!

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In der Nacht hört man ausser den Rufen des Muezzins und dem Krähen der Hähne nichts. Es gibt keine laute Musik und überhaupt sind nach 22 Uhr fast alle Restaurants geschlossen. Wobei auch Hähne laut schreien können und der Muezzin, dank Megafon, vor allem während des Ramadans, den Schlaf um einiges verkürzen kann. Es lohnt sich also den Abstand der gewählten Unterkunft von der nächsten Moschee zu prüfen! Paradoxerweise hat es auf Gili Meno den schönsten Strand der Gilis! Im Südosten der Insel erstreckt sich dieser über einige hundert Meter und bietet feinsten, weissen Sand, wie man es sonst nur von der Karibik oder Südsee her kennt. Das Meer ist kristallklar und azurblau! Wegen den vorherrschenden Strömung sollte man sich aber nicht zu weit raus trauen, aber in Strandnähe ist es auch für Kinder geeignet.

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Gili Meno war unser letztes Ziel auf den Gilis und von dort aus sind wir dann mit dem Boot nach Lombok und mit dem Taxi zum 60km (1,5 Stunden) entfernten Bandar Udara Internasional Lombok (Lombok Internation Airport) gefahren, um unseren Flug über Bali nach Labuan Bajo auf Flores zu besteigen. Eine Reise von ungeplanten, insgesamt 24 Stunden und 3 verschiedenen Flügen, doch über die kleine Odyssee später mehr.