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Bali

An Bali hatten wir eigentlich keine grossen Erwartungen. Zu viel hatten wir schon von Touristenmassen, Betonbunkern und Partygelagen gehört. Aus diesem Grunde haben wir eine Unterkunft abseits von Kuta, Legian und Seminyak gesucht und in Sanur, an der Ostküste und nur 30 Minuten vom Flughafen entfernt, gefunden. Ein gemütliches Häuschen, 2 Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, Küche, 2 Badezimmer, mit eigenem Pool, einen Steinwurf vom Strand entfernt, zentral und doch ruhig gelegen. Sanur ist vor allem bei Familien beliebt und darum noch relativ friedlich.

Villa Jepun, Sanur
Villa Jepun, Sanur

Was macht man also, wenn man eine Woche Zeit zur Verfügung auf Bali hat? Wir haben uns quasi für das Kurzprogramm entschieden, denn die lieben Kinderlein wollten ja auch noch Strand und Pool geniessen.

Einen ganzen Tag haben wir investiert, um uns zu versichern, dass wir nicht nach Kuta, Legian oder Seminyak wollten. Das tönt jetzt, nach der Einleitung, zwar etwas seltsam, doch schliesslich soll man sich ja nicht vom „Hörensagen“ leiten lassen und so haben wir uns selbst ein Bild vor Ort gemacht. Der Strand von Kuta ist eigentlich noch schön, doch rundherum herrscht bereits tagsüber reger Strassenverkehr, die engen Fusswege sind überfüllt und die Luft schlecht. Die Häuser sind dicht an dicht gebaut und das Ganze hat mich an Patong auf Phuket erinnert, wo wir das letzte Mal vor rund 15 Jahren gewesen sind (auf Phuket, nicht in Patong!).

An zwei Tagen haben wir uns dann von einem Fahrer das Hinterland Bali’s zeigen lassen. Ein Auto mit Fahrer kostet auf Bali übrigens etwa die Hälfte eines Mietwagens in Europa, also eine durchaus günstige und praktische Art der Fortbewegung, insbesondere bei dem Verkehrsaufkommen und den schmalen Strassen auf dem Lande.

Die Tagesausflüge laufen übrigens alle nach dem gleichen Schema ab: Besuch im Silber- und Goldschmiededorf, Besuch im Holzschnitzerdorf, Besuch im Batikdorf, Besuch im Teakmöbeldorf, Besuch im Kunstmalerdorf, Besuch im Steinhauerdorf, Besuch in der Kaffeeplantage, dann endlich Besuch eines Tempels. Der gute Mann hat leider mit uns kein grosses Glück gehabt, denn gekauft haben wir jeweils nichts und nach den ersten Dörfern auch gleich ein paar weitere ausgelassen.

Der Tempel (Batun Temple) war an sich ganz nett, nicht wirklich spektakulär, doch insgesamt ganz interessant. Beim Eingang hinterlässt man einen Obulus und erhält dafür einen Leih-Sarong, damit die Beine bedeckt sind.

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Danach haben wir den Tegenungan Wasserfall besichtigt, der ebenfalls in die Kategorie „ganz nett“ gehört, ebenfalls eines Obulus bedarf und über 10‘000 Treppenstufen zu erreichen ist, vielleicht waren es auch ein paar weniger, auf jeden Fall nichts für Bewegungsmuffel.

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Von dort aus ging es dann in ein kleines Bergdorf im Norden Balis, von wo aus man einen herrlichen Ausblick auf den Vulkan Gunung Batur hat. Jetzt wurde es doch langsam interessant, denn der Vulkan ist wirklich imposant! Unterhalb des Vulkans sieht man noch die erstarrte Lava des letzten Ausbruchs von 1963, östlich davon sieht man einen riesigen Kratersee.

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Ausserdem haben wir die Reisterrassen von Tegalalang, in der Nähe von Ubud, besucht. Der Ort lebt praktisch nur von der schönen Aussicht auf die Reisterrassen, die zugegebenermassen einen Besuch wert sind. Als wir dort waren, war der Reis schon reif oder auch schon geerntet und darum waren die Terrassen nicht so grün, wie man es auf gewissen Bildern im Reiseprospekt sieht, doch es hat uns trotzdem gefallen. Auch hier gab es genügend Möglichkeiten für einen Obulus, angefangen vom Eintritt ins Dorf, zu einer kleine Brücke in den Reisfeldern, welche man finanziell unterstützen durfte, bis zu einem recht frechen Bauern, der für einen Pfad, welcher weiter in Felder führte, eine Spende verlangte. Er sagte, er müsse schliesslich den Pfad unterhalten! Dass er ja diesen für die Feldarbeit eh benötigt, blendete er wohl grosszügig aus. Aber über solche Kleinigkeiten darf man sich in Indonesien nicht aufregen.

Am zweiten Tag waren wir dann bei einer traditionellen, balinesischen Tanzaufführung mit einer rührender Geschichte, die sich um Gut und Böse drehte, mit bunten Kostümen, die den Kindern sehr gefielen, in einer Tempelanlage (Gunung Kawi) mit ins Tuffgestein gehauenen Figuren, die noch vor der Zeit der Hinduisierung Balis stammen, im Pura Tirta Empul, einem hinduistischen Tempel, in welchem sich die Gläubigen in einem Ritual reinigen und sich von Krankheiten und anderen Problemen befreien können und schliesslich ging es zum Affenwald (Sacred Monkey Forrest Sanctuary) in Ubud, in welchem schon manch ein Tourist sein Handy oder seine Sonnenbrille an einen der kleinen, vorwitzigen, im Park ansässigen, heiligen Makakenaffen verloren hat. Der Park wird täglich von hunderten Menschen besucht und bei einer Anzahl von etwa 600 Affen kommt es immer wieder zu unschönen Begegnungen und sogar Affenbissen, wobei manch ein Tourist gar etwas sorglos scheint. Selfies mit Affen sind eben nicht immer eine gute Idee, auch wenn sie noch so putzig aussehen.

Und nun noch ein Wort zu „Eat, pray, love„… So wie im Film sieht es natürlich nicht aus und Ubud ist, wohl auch wegen des Filmes, total überlaufen und gar nicht mehr so idyllisch, wie es Julia Roberts im Film (Hollywood sei dank) „erlebt“. Die Reisterrassen, an welchen Julia Roberts mit dem Fahrrad entlang fährt, sind jedoch wirklich sehr schön!

Reisterrassen rund um Ubud