Archiv der Kategorie: Französisch Polynesien

Moorea, Gesellschaftsinseln

Moorea, in direkter Nachbarschaft von Tahiti, ist für ihre besondere Schönheit bekannt. Steile Bergwände und dichte Vegetation in unmittelbarer Nähe des tiefblauen Meeres bilden ein starkes Kontrastprogramm. Das kristallklare Wasser der Lagune bietet exzellente Schnorchel- oder Tauchmöglichkeiten und auch die Strände sind breiter und feinsandiger als auf anderen Inseln. Die beiden Buchten, Opunohu Bay und Cook’s Bay, welche vom sogenannten Belvedere, einem Aussichtspunkt, aus zu sehen sind, waren schon Kulisse für einige Filmproduktionen. Um die Insel führt nur eine Strasse, an welcher mehrere kleine Dörfer liegen und etwa 60km misst.

Die frühen Polynesier nannten die Insel Tahiti-Iti, den kleinen Fisch von Tahiti. Tahiti ist tatsächlich in Sichtweite, nur 17km entfernt und mit regelmässigen Fährverbindungen zu erreichen oder umgekehrt. Wer nicht darauf verzichten kann, kann auch von Tahiti mit dem Flugzeug nach Moorea fliegen, dessen Sinn erschliesst sich mir aber nicht.

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Franzosen, die im „département d’outre-mer français tahitien“ leben und den entspannten Lebensstil bevorzugen, siedeln sich, statt auf Tahiti, viel lieber auf Moorea an. Hier ist es ruhig und angenehm zu leben, die Strände sind weiss, der Verkehr erträglich und Papeete, mit allen Einkaufsmöglichkeiten, nur 30 Fährminuten entfernt. Auch eine bunte Truppe von Franzosen, die wir auf der MS Paul Gauguin kennen gelernt haben, wohnt dort. Mit ihnen haben wir auf dem Schiff oft gelacht und sie waren immer zu einem Gag aufgelegt. Danke Daniel, Nadia, Jean, Michel und alle anderen!

Auf dem Schiff geht es mittlerweile auch schon sehr polynesisch zu und her. Es werden traditionelle Blumenkränze aus frischen Blüten hergestellt und dann auch stolz getragen.

Und für die Abendunterhaltung ist auch gesorgt.

Der Film von Moorea ist leider etwas kurz geraten. Bei unserem Besuch hatte es viel zu viel Wind „zum fliegen“ und einen Absturz wollte ich nicht riskieren.

Taha’a, Gesellschaftsinseln

Taha’a ist vom gleichen Riff umschlossen wie die grössere Nachbarsinsel Raiatea und liegt in Sichtweite von Bora Bora. Der Tourismus beschränkt sich auf eine Reihe von schönen Motus am nördlichen Ende des Riffes. Die Insel selbst bekommt wenig vom Tourismus mit und auch wir haben auf einen Ausflug darauf verzichtet, es wäre nur eine geführte Tour möglich gewesen. Die Bevölkerung lebt vom Fischfang, der Viehzucht oder dem Anbau von Vanille.

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Taha’a ist als eines der Highlights der Kreuzfahrt auf der MS Paul Gauguin ausgelegt. Hier geben sich die Verantwortlichen die grösste Mühe, um bei den Gästen das (von uns auf Bora Bora vermisste) Südseefeeling aufkommen zu lassen. Es wird ein ganzer Motu gemietet, ein grosses Buffet und Grill werden vom Schiff aus mit kleinen Beibooten auf das Motu transportiert, eine Strandbar eingerichtet. Das Animationsteam empfängt die ankommenden Gäste mit polynesischen Gesängen und Musik und bietet Kurse im Flechten von Taschen und Hüten aus Palmblättern. Man kann Kajaks und Paddleboards benutzen, schnorcheln oder einfach im flachen Wasser relaxen und sich ab und zu von der vorbeischwimmenden „floating bar“ einen Schluck genehmigen. Wenn das Leben auf einem Kreuzfahrtschiff entspannt ist, dann ist es auf dem Motu Mahana die Steigerung davon!

Auf den anderen Inseln, die die Kreuzfahrt angesteuert hat, haben wir jeweils ein Auto oder zwei Scooter gemietet und versucht jede Ecke zu erkunden; auf Taha’a sind wir hingegen dem „dolce far niente“ verfallen. Ich habe mich dann noch etwas zusammengerissen und einen Film gedreht. Teile davon waren dann sogar auf dem Abschlussvideo der Kreuzfahrt zu sehen, da der mitreisende Kameramann von Jean Michel Cousteau (ja, er hat einen persönlichen Kameramann!) daran Gefallen fand.

Bora Bora, Gesellschaftsinseln

Schon während der Vorbereitung unserer Reise bekam Bora Bora eine mysteriöse Aura in unserer Vorstellung. Jedes Mal wenn wir z.B. Freunden von unserer Reise erzählten und dann als eines der Reiseziele Bora Bora erwähnten, kam prompt ein „Oohh“ oder „Wow“, auf jeden Fall reagierten alle ganz anders, als auf z.B. Christchurch (Sorry, liebe Christchurcher!).

Was war es also, dass uns auf dieser offenbar sagenumwobenen Insel erwarten sollte, wäre es quasi der Höhepunkt unserer Reise? Das reine Paradies? Adam und Eva und der Apfel bzw. die Kokosnuss? Auch Lara und Fiona kannten die Insel schon, also den Namen zumindest. In einer Folge von Pippi Langstrumpf erzählt Pippi davon und die beiden kennen ja alle Folgen quasi auswendig!

Nun, wie es so ist mit Idealvorstellungen, werden diese oft von der Realität eingeholt. Aber zuerst der Reihe nach.

Bora Bora ist fast vollständig von einem Korallenriff umgeben. Es existiert lediglich eine „passe“ (Meeresdurchlass), ansonsten hat es rund um die Hauptinsel nur Lagune. Die Insel ist, wie die meisten anderen Gesellschaftsinseln, ein erodierter, erloschener Vulkan. In der Vergangenheit hiess die Insel auf Polynesisch Porapora (Erstgeborene), im Glauben, dass es die erste (nach Hawaii) entstandene Insel gewesen sei. Der erste westliche Entdecker war 1769 Kapitän James Cook (nein, leider nicht Kapitän Ephraim Langstrumpf, liebe Kinder).

Im 2. Weltkrieg war die Insel eine Nachschubbasis der Amerikaner, welche eine Landebahn für Grossflugzeuge und einen grosszügig dimensionierten Hafen erstellten. Der nach dem Krieg stillgelegte Flugplatz wurde 1951, als internationaler Flughafen für die zivile Luftfahrt wieder eröffnet. Wer damals in die Südsee fliegen wollte, landete also in Bora Bora und nicht etwa auf Tahiti, das erst 10 Jahre später seinen internationalen Flughafen vollendete. So hat Bora Bora also über 10 Jahre den Südseetraum vieler damaliger Reisender geprägt und wurde quasi zu dessen Inbegriff.

Klar, auch uns hat Bora Bora gefallen, vor allem wenn man draussen in der Lagune auf einem Motu mit weissem Strand und kristallklarem Wasser ist und rüber schaut. Und eindrücklich ist dieser mächtige Felsen in der Mitte der Lagune, mit ihren tausend Schattierungen von blau, bestimmt. Und all die wundervollen, exklusiven Luxushotels auf den Motus mit ihren Wasserbungalows, in welchen die Schönen und Reichen verkehren, können auch beeindruckend sein. Aber befindet sich nun hier also das polynesische Paradies? Ich würde sagen, nein. Je näher man der Insel kommt, umso weniger idyllisch ist es. Das Dorf rund um den Hafen hat absolut keinen Charme. Und die Inselbewohner sind, nach all diesen Jahren des masslosen Tourismus, verständlicherweise auch nicht auf eine persönliche Begegnung aus. Landschaftlich ist Bora Bora zwar grossartig, doch die wenigsten wählen sie als Trekking-Destination aus. So bleibt sie leider oft nur Kulisse für den Ausblick aus einem der unzähligen Wasserbungalows und wirklich schön nur aus der Entfernung.

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Südsee ohne Bora Bora ginge ja auch nicht! Zurück würde ich persönlich aber lieber nach Rangiroa. Den Kindern gefällt es natürlich überall, wo man „Bädele“ und „Sändele“ kann…

Und ich selbst habe auch noch meine erste SUP Lektion erhalten. Später wurde ich dann lockerer und musste übrigens nicht mehr so oft nach unten schauen…

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Im folgenden Film, diesmal unter Wasser, seht ihr allerlei „Meerestiere“:

Und zuletzt ein Film aus der Luft:

Huahine, Gesellschaftsinseln

Huahine liegt 175km nordwestlich von Tahiti und ist Teil der Gesellschaftsinseln. Die Insel besteht aus zwei Gebirgsketten, Huahine Nui (gross) und Huahine Iti (klein). Die Bevölkerung von rund 6‘000 Einwohnern verteilt sich auf acht verschiedene Dörfer, mit dem Hauptort Fare, welches der typischen, verschlafenen, polynesischen Hafenortschaft entspricht. Das Dorf befindet sich direkt am Wasser, rund um einen kleinen Hafen, mit ein paar Einkaufsmöglichkeiten und wenigen Touristenläden.

Besonders bekannt ist Huahine für seine archäologischen Ausgrabungsstätten und den „heiligen Aalen“. Da Huahine in der Vergangenheit ein Zentrum polynesischer Kultur gewesen ist, findet man rund 30 sogenannte Maraes (zeremonielle Tempel), welche von Archäologen wieder aufgebaut wurden. Vermutlich aber waren die Steine der Tempel in der Vergangenheit bei der Bevölkerung sehr begehrt, denn von den Tempeln sieht man heute nur noch die Grundrisse.

Bei der Ortschaft Faie findet man, im nahegelegenen Flussbett, die „heiligen Aale“ von Tahiti. Der Legende nach kroch der erste Aal über die Berge von Arue (Tahiti) aus nach Huahine. Da er sehr einsam war, heiratete er ein wunderschönes Weibchen aus Mataiea und begründete damit die Aalpopulation von Huahine. Heute sind sie natürlich auch eine Touristenattraktion und werden regelmässig mit „heiligen“ Makrelen aus „heiligen“ Dosen, welche auf „heiligen“ Märkten in der ganzen Insel gekauft werden können, gefüttert. Sie sind absolut harmlos und praktisch handzahm. Mit ihrer Länge von bis zu 2 Metern und den blauen Augen haben sie auch Lara und Fiona sehr interessiert, zu ihnen ins Wasser steigen wollten die beiden dann doch nicht!
Da Huahine sehr gebirgig ist, hat es nur ein paar wenige Sandstrände. Die absoluten Traumstrände finden sich am ehesten an den, um die Insel liegenden, Motus. Das gilt eigentlich fast für alle Gesellschaftsinseln. Wenn man also ein Bild von einem Traumstrand sieht, wurde das wahrscheinlich an einem Motu und nicht auf der Hauptinsel aufgenommen. Gut, die Ansprüche steigen wohl einfach mit der Zeit, denn die folgenden zwei Bilder wurden auf Huahine selbst aufgenommen…

Für uns ist Huahine auch Teil und erster Halt der Kreuzfahrt mit der MS Paul Gauguin.

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Die MS Paul Gauguin ist in der Südsee scheinbar so etwas wie eine Legende. Ob es am klingenden Namen liegt oder an ihrer, für heutige Kreuzfahrtschiffe, bescheidenen Grösse? Es hat darauf Platz für maximal 332 Passagiere. Zum Vergleich: die ebenfalls in der Südsee verkehrende Celebrity Eclipse, welche zufälligerweise gleichzeitig mit uns im Hafen von Papeete ankerte, hat Platz für 2‘850 Passagiere! Wie auch immer. Unsere Kreuzfahrt war ja nicht Monate im Voraus geplant. Das nächste Schiff, das von Tahiti auslaufen würde (und wir uns in etwa leisten konnten), war ganz einfach die MS Paul Gauguin.
Das Schiff bietet wirklich Luxus pur. Die Belegschaft ist praktisch zu jeder Zeit verfügbar, das Zimmermädchen stellt sich persönlich vor, die Kellner veranstalten jeden Abend ein Ballett um uns herum, kein Stuhl, den man selbst zurecht rücken müsste, keine Serviette, die auf dem Tisch liegen bleibt. Die Aufzählung liesse sich endlos weiterführen. Für uns, die wir als „Weltenbummler“ unterwegs sind, eine etwas andere Welt. Und auch unter den Passagieren (90% USA, 5% Neuseeland/Australien, 5% Europa) sind wir eher die Exoten und aufgrund unserer kurzfristigen Buchung nicht einmal im schiffseigenen Länderspiegel aufgeführt. Dabei hätte es uns so gefreut, mit „Schweiz: 4“ aufgelistet zu werden!
Zum Angebot auf dem Schiff gehören auch Lesungen und so haben wir also Jean Michel Cousteau, den ich schon im Artikel über Rangiroa erwähnt habe, kennen gelernt. Er spricht über die Zukunft der Weltmeere und über seine Stiftung „Ocean Futures Society“, die sich als „Stimme für den Ozean“ versteht und er taucht auch auf dem Schiff mit den Sporttauchern mit. Seine Lieblingsfrage? Welches sein schönster Tauchgang in all den Jahren gewesen sei. Der nächste!
An der Anlegestelle von Huahine werden wir demnach herzlich empfangen und für die landestypische Musikkulisse ist ebenfalls gesorgt!

Und „last but not least“ ein Video von Huahine:

Rangiroa, Tuamotu-Archipel

In etwa einer Flugstunde erreicht man von Papeete aus Rangiroa im Tuamotu-Archipel. Das Tuamotu-Archipel besteht, anders als etwa die Gesellschaftsinseln, aus einer Reihe von Atollen, also flachen Inseln (Motus) rund um eine Lagune. Rangiroa bezeichnet also nicht eine bestimmte Insel, sondern das ganze Atoll. Auf der flächenmässig grössten Insel im Nordosten des Atolls liegen die Dörfer Avatoru und Tiputa, rund 12km voneinander entfernt und in der Mitte der kleine Flughafen. An vielen Stellen ist die Insel so schmal, dass man von der Strasse aus links und rechts das Meer sehen kann. Die anderen Inseln des Atolls erreicht man mit regelmässig verkehrenden Wassertaxis, für die bewohnten Inseln oder mit privaten Booten, für die unbewohnten.

Die Lagune in der Mitte des Atolls ist bis zu 35km breit, so dass man die gegenüberliegenden Inseln nicht sehen kann. Man hat also den Eindruck, dass man ins offene Meer hinaussieht und bei Windstille ist die Lagune spiegelglatt. Auf dem folgenden Bild, welches zwar bei leichtem Wind aufgenommen wurde, sieht man keine Wellen bis zum Horizont.

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Auf Rangiroa lässt sich noch das ursprüngliche Polynesien erahnen. Auch hier ist der Fortschritt (Flughafen, Mobilfunk, Importgüter, Tourismus) längst angekommen, doch die Einwohner leben noch nach ihrem gewohnten Rhythmus: so ist zwischen 12 Uhr und 16 Uhr kein einziger Lebensmittelladen oder sonstiger Laden offen. Das bevorzugte Fortbewegungsmittel ist das Fahrrad, beim Kreuzen auf der Strasse grüsst man sich und Fahrradfahren nennen sie hier „faire une ballade“ (Spazieren fahren). Ab 16 Uhr versammelt man sich beim „Passe de Tiputa“, einem Meeresdurchlasses am östlichen Ende der Hauptinsel, um Delphine beim Spielen in der Strömung zu beobachten. Die Kinder vergnügen sich währenddessen lieber beim Hafen von Tiputa mit Sprüngen ins kristallklare Wasser.

Die Restaurants sind, nett ausgedrückt, „basic“ und nicht ganz günstig, meist von ausgewanderten Franzosen geführt, die in dieser abgelegenen Gegend aus dem einen oder anderen Grund „hängen geblieben“ sind. Wer z.B. einen kauzigen, ehemaligen Schiffskoch (so unsere Vorstellung zumindest) in seinem Restaurant erleben möchte, der muss unbedingt das „Obelix“ besuchen. Der Gast kann zwischen Fleisch oder Fisch wählen, beides entweder mit Reis oder Pommes Frites als Beilage. Der angeschriebene Mahi Mahi Fisch (ein lokaler Fisch) kann dann, je nach Verfügbarkeit, auch ein Thunfisch oder Marlin sein. Und bitte nicht allzu viele Fragen stellen oder gar Sonderwünsche äussern! Wer den Film „Life of Pi“ mit Gerard Depardieu als Schiffskoch gesehen hat, weiss, worauf ich hinaus will.

Die Übernachtungsmöglichkeiten auf der Insel bestehen, wie praktisch überall in Französisch Polynesien, aus recht teuren Pensionen oder noch teureren Hotels. Spätestens jetzt merkt man, dass auch das Paradies seinen Preis hat und wer wie wir, viel in Asien unterwegs gewesen ist, erlebt möglicherweise nicht nur einen Kulturschock, sondern auch einen Preisschock. Diesen erst einmal verdaut, entscheiden wir uns für das „Hotel Maitai Rangiroa“, einer sehr gepflegten Anlage, mit Bungalows im lokalen Stil und einer atemberaubenden Aussicht auf die Lagune.

Den Kindern gefällt es jedenfalls hier!

Doch auch im Paradies muss Lara ihre Hausaufgaben erledigen!

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Von Rangiroa aus gibt es eine Flugverbindung nach Fakarava, ebenfalls im Tuamotu-Archipel gelegen, UNESCO Biosphärenreservat, absolute Traumdestination für Sporttaucher und Lieblingstauchspot von Jean Michel Cousteau (dem Sohn des berühmten Jacques Yves Cousteau, aber davon später mehr). Diesmal hat es leider nicht dafür auch noch gereicht, doch wer weiss, eines Tages… in der Zwischenzeit trösten wir uns mit schönen Erinnerungen an Rangiroa:

Tahiti, Gesellschaftsinseln

Bis Tahiti war unsere Reise schon im Voraus geplant. “What To Do and See in French Polynesia“, dieses Kapitel hatten wir in der Schweiz, nach mehrmaligen Versuchen, immer wieder beiseitegelegt. Irgendwie schien uns das sonst so hilfreiche Internet, ausgerechnet am anderen Ende der Welt im Stich zu lassen – passend zur Internetverfügbarkeit, die hier sehr, sehr schlecht ist, aber das sollten wir dann noch vor Ort erfahren.

In Französisch Polynesien gehen die Dinge also noch ihren gewohnten Gang, was so viel heisst, dass man tatsächlich persönlich miteinander spricht oder anruft, statt eine Mail zu schreiben. Es gibt auch noch florierende Reisebüros hier! Eine Welt, wie wir sie vor 20 Jahren kannten.

Wer also keine Woche Zeit in Tahiti verbringen will, um die nötigen Kontakte zu knüpfen und an alle Informationen zu kommen, dem sei geraten, in der Schweiz einen spezialisierten Reiseveranstalter aufzusuchen. Natürlich verpasst man so viele interessante Begegnungen und erfährt vielleicht weniger darüber, wie dieses kleine, gemischte und sympathische Volk aus Polynesiern und Franzosen mitten im Paradies so funktioniert. Wobei das Paradies nicht (mehr) in Tahiti zu finden ist, dafür muss man erst einmal Tahiti verlassen, aber dazu später mehr.

Wie gesagt ist Tahiti für die Planung der einzig richtige Ort (und für uns auch, um etwas nach der längeren Reise in Neuseeland zu entspannen). Hier bekommt man z.B. im „Office de Tourisme de Tahiti“ sehr gute Ratschläge zu Schiffreisen: « Non, un cargo c’est pas bien pour une famille avec des enfants » (Nein, ein Cargo-Schiff ist nicht für eine Familie mit Kindern geeignet.) oder « Oui, l’Aranui 3 c’est une très belle expérience, mais les prix ont triples les dernières années ! » (Ja, die Reise mit der Aranui 3 ist eine sehr schöne Erfahrung, doch die Preise haben sich in den letzten Jahren verdreifacht) oder „Pour le MS Paul Gauguin vous pouvez avoir les prix pour les résidents.“ (Die MS Paul Gauguin könnt ihr zum Einheimischen-Tarif buchen.) Aha! Davon ausgehend, dass ein Einheimischer nie im Leben xxx EUR (die Summe ist zu gross für meine Tastatur!) für 2 zweier Kabinen (vierer Kabinen gibt es leider nicht) ausgeben würde und könnte, geht es also gleich nach dem Office de Tourisme ins nächste Reisebüro. Und tatsächlich, die Einheimischen bezahlen nur etwas mehr als 1/3 des regulären Tarifes! Aber „Psst“, nicht weitererzählen!

Überhaupt ist man, sobald man in Tahiti ist und die erwähnten Kontakte geknüpft hat, fast schon ein Einheimischer.

Man kann nämlich im Büro von Air Tahiti für eine kleine Gebühr eine Familienkarte für Einheimische (!) lösen. Dazu braucht man zwar ein Passfoto eines Elternteils und die Geburtsscheine der Kinder, doch dann kann man etwa 30% auf dem Flugtarif sparen. Klar, wer hat denn schon die Geburtsscheine der Kinder dabei? Aber dank des Internets (dafür ist es dann doch nützlich) und Tina in der Schweiz (Du bist ein Schatz!) kann man die Kopien direkt an Air Tahiti weiterleiten.

Oder dank eines Anrufes eines (neuen) Bekannten bei Avis, das Auto ebenfalls zum Einheimischen-Tarif mieten. Eine in Tahiti investierte Woche zahlt sich also schnell aus…

Worauf man in Tahiti grösstenteils verzichten kann, sind ausgiebige Sightseeing-Touren und die Strände sind ebenfalls nicht die zu erwartenden Traumstrände, denn sie sind schwarz. Nur bei den grösseren Hotels hat es hellen, feinen Sand, denn diese Strände wurden künstlich angelegt. Nicht ganz unser Ding.

So sind wir also ungeplant und absolut kurzfristig (5 Tage vor Abreise) zu einer Kreuzfahrt auf der MS Paul Gauguin gekommen. Eine Kreuzfahrt! Eigentlich auch nicht unser Ding, aber doch irgendwie schön und auch praktisch, um an viele der im Pazifik verstreuten Inseln zu kommen. Und um gut zu Essen und sich etwas Schönes zu gönnen, nach all den Strapazen, die so eine lange Reise mit sich bringt. Ok, beim Lesen jetzt bitte nicht laut lachen! Danke!

Über die Reise mit der MS Paul Gauguin werde ich noch ausführlich berichten. Zuerst aber sind wir nach Rangiroa im Tuamotu-Archipel geflogen, um die 5 Tage zu überbrücken und eine andere Inselgruppe zu sehen, denn die gebuchte Kreuzfahrt steuert hauptsächlich die Gesellschaftsinseln an.

Französisch Polynesien, Intro

Französisch Polynesien wird oft als Traumdestination genannt und es gibt wirklich viel traumhaftes hier, das Internet hingengen ist ein Albtraum (teuer, langsam, schlecht verfügbar), darum wird es leider noch etwas dauern, bis wir hier mehr darüber berichten können. Aber als „Appetitanreger“ kann ich schon einmal die Liste der besuchten Orte nennen und ein kurzes Video zu Rangiroa beifügen:

– Tahiti
– Rangiroa, Tuamotu-Archipel
– Huahine, Gesellschaftsinseln
– Bora Bora, Gesellschaftsinseln
– Taha’a, Gesellschaftsinseln
– Moorea, Gesellschaftsinseln