Archiv der Kategorie: Cook Inseln

Rarotonga

Rarotonga ist die grösste der Cook Inseln und verfügt als einzige Insel über Berge, welche auf über 650m emporragen. Rund um die Insel verläuft das Riff in einigen hundert Metern Entfernung, dann folgt eine türkisfarbene Lagune und ein unterschiedlich breiter Sandstrand. Die Küstenebene ist schmal, einige hundert Meter bis maximal 2 Kilometer und dann folgen gleich die Berge, die teilweise schroff nach oben gehen, sowie tiefe Täler mit wasserreichen Flüssen. Die Lagune hat lediglich sechs Durchlässe. Im Süden ist die Lagune breiter und umfasst vier kleine Motus. Dort ist auch der bekannteste Strand der Insel, der Muri Beach.

Aus dem Flugzeug ist es ein sehr eindrücklicher Anblick, da die Flugzeuge nach Neuseeland und Australien gleich nach dem Start eine steile Kurve fliegen. Rarotonga ist auch die einzige Insel mit einem internationalen Flughafen und kann zurzeit nur von Auckland – Neuseeland, Sydney – Australien und Papeete – Französisch Polynesien angeflogen werden.

Etwa 700 v. Chr. wurde die Insel wahrscheinlich von Tonga und Samoa aus erstmals bevölkert. Die Population wuchs, vor Ankunft der Europäer im späten 18. Jahrhundert, auf etwa 8‘000 Personen an. Zum Vergleich: heute leben auf Rarotonga etwa 10‘000 Einwohner. Jedoch löschten europäische Krankheiten bis Mitte des 19. Jahrhunderts über die Hälfte der reinrassigen Insulanern aus und reduzierten die Gesamtzahl auf weniger als 2‘000. Danach wuchs die Bevölkerung von Rarotonga durch periodischen Zuzug von den äusseren Inseln wieder auf die heutigen Zahl an.

Nach nun fast dreimonatiger Reise nutzen wir Rarotonga, das über eine einigermassen gute touristische Infrastruktur verfügt, als Zwischenstopp, bis es weiter nach Australien geht. Am Muri Beach können wir für 15 Tage ein Haus mit zwei Schlafzimmern, einer Küche und einem Wohnzimmer mieten und wieder etwas sesshaft werden. Lebensmittel einkaufen auf Rarotonga ist zwar weder einfach noch günstig, denn fast alles muss entweder von Neuseeland oder Australien per Schiff importiert werden, aber man bekommt trotzdem praktisch alles, wenn auch manchmal nur tiefgefroren.

Gerne hätten wir auch noch weitere Cook Inseln ausser Aitutaki und Rarotonga besucht, jedoch gibt es nur wenige und sehr teure Flugverbindungen zu den Inseln im Süden und die Inseln im Norden sind nur per Schiff erreichbar. Man müsste also entweder mit einem Segelschiff unterwegs sein oder mit einem Frachtschiff mitfahren. Auf Nachfrage bei der betreffenden Frachtgesellschaft im Hafen von Avarua erfahren wir jedoch, dass das Frachtschiff in den Süden erst gerade zurück gekommen ist und das nächste Ziel, der Norden, eine Reise von zwei Wochen bedeuten würde. Das dauert uns dann doch etwas zu lange, umso mehr, als es auf einem solchen Frachtschiff sehr spartanisch zu und her geht, man das Essen selber mitnehmen und zubereiten muss (für zwei Wochen für vier Personen!) und das Meer zu dieser Jahreszeit nicht unbedingt flach ist. Dann lassen wir die Mädels doch lieber am Strand spielen!

Und am Hafen treffe ich auch noch auf diesen Prachtkerl von einem Fisch, dank einer Gruppe Jugendlicher, die die Fische mit Fischabfällen füttert.

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Und aus der Reihe „Die Welt von oben“…

Aitutaki

Aitutaki – schon einmal den Namen dieser Insel gehört? Falls nicht, nicht so schlimm, mir ging es genauso. Manche nennen die Insel auch das Bora Bora der Cook Inseln. Ich finde jedoch, der Vergleich hinkt etwas. Aitutaki hatte nie die Aufmerksamkeit, im touristischen Sinne, die Bora Bora dank seines internationalen Flughafens zuteilwurde. Auch war Aitutaki während des 2. Weltkrieges zwar ebenfalls eine Basis der Amerikaner (und Neuseeländer), doch mit viel geringerer Bedeutung und auch Personal. Dadurch konnte sich Aitutaki grösstenteils seine ursprüngliche Schönheit bewahren und die Bewohner führen auch heute meist noch ihren gewohnten Lebensstil. Ein paar verdienen ihr Geld in den Hotels und Restaurants mit Tourismus, doch die meisten leben von Ackerbau und dem, was die Lagune hergibt. Auch hier stimmt es, dass je weiter man vom nächsten internationalen Flughafen im Südpazifik kommt, desto eher kann man noch das „alte Polynesien“ antreffen.

Also sind wir losgezogen, haben uns zwei Scooter gemietet, sind einmal rund um die Insel und dann noch zum höchsten Punkt der Insel gefahren, haben die Dörfer an der Küste und im Hinterland erkundet und etwas Blut dem lokalen roten Kreuz gespendet, äh nein, eigentlich waren es die lokalen Aedesmücken (keine Angst, kein Dengue- oder Chikungunya-Fieber erwischt, das kommt vor allem während der Regenzeit vor) und bei 35 Grad im Schatten ganz mächtig geschwitzt.

Der schönste Strand der Insel ist zweifelsohne der Ootu-Beach im Nordosten. Ausserdem gibt es gut ein Dutzend sogenannter Motus mit traumhaften Stränden, wobei der wohl berühmteste der „One Foot Island“ Motu ist, dessen Strand auf unzähligen Werbeplakaten zu sehen ist und wirklich der Innbegriff einer Paradiesinsel darstellt. Aus der Luft sieht der Motu wie die Umrisse eines Fusses aus, daher auch der Name „One Foot Island“.

Und natürlich bin ich auch auf Aitutaki „geflogen“…