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Queensland

Queensland (Hauptstadt Brisbane) ist etwa fünfmal so gross wie Deutschland und flächenmässig der zweitgrösste Staat in Australien. Queensland liegt im Nordosten Australiens und verfügt über fast 7‘000km Küste, darunter die bei Surfern beliebte Gold Coast mit dem Surfer Epizentrum Surfers Paradise (die Stadt heisst wirklich so, ich musste mich auch erst daran gewöhnen) und Sunshine Coast mit der Gegend um Noosa. Weiter nördlich kommt dann die Fraser Coast mit Fraser Island, UNESCO Weltkulturerbe und Namensgeberin, dann die Capricorn Coast, die Mackay Coast mit den traumhaften Whitsunday Inseln und dem weltberühmten Whitehaven Beach, dessen Sand zu 98,8% aus Quarz besteht, also wirklich schneeweiss ist. Nach der Cassowary Coast (Mission Beach) folgt schliesslich North Queensland mit Cairns und ganz „oben“ die Cape York Region und auch der nördlichste Punkt des Landes, was bei Australiern ein beliebtes Fotomotiv ist (sich am nördlichsten Punkt fotografieren zu lassen).

Bis auf Cape York, wovon wir nur Cape Tribulation gesehen haben, haben wir alle Regionen recht extensiv bereist und waren auch etwas im „Hinterland“, in den Nationalparks und auch in den Atherton Tablelands. Man kann also sagen, wir haben Queensland, insbesondere die Küste, wirklich gesehen. Aber dazu später mehr.

Das Klima wechselt von subtropisch im Süden Queenslands zu tropisch im Norden. Der Juni, unser Reisemonat, gehört hier zum „Winter“ mit durchschnittlichen Minimal- und Maximaltemperaturen von 15 bis 27 Grad. Die Niederschlagsmengen von Juni, Juli und August machen im Durchschnitt weniger als ein Viertel des regenreichsten Monats Februar aus (kompliziert ausgedrückt für „sehr trocken“). Bei der Planung unserer Reise sind wir unter anderem auf folgendes Zitat gestossen:

Winter: June – August

This time of the year is generally regarded as the most pleasant in every sense of the word – low rainfall, comfortable temperatures during the day, and cool nights. The days are sunny, and even though this is the coldest time of the year, it remains hotter than many places around the world in summer.

So viel zur Theorie…

Den etwas überstrapazierten Spruch „Erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt.“ möchte ich hier nicht bemühen (Oops, doch gerade getan!), doch genau so war es. Bei jedem Gespräch mit den Einheimischen kam immer wieder das Thema „Wetter“ auf und alle wussten nur das eine zu berichten, nämlich, dass sie noch nie einen so einen regenreichen Juni erlebt haben. Von Brisbane bis nach Cape Tribulation. Es war jetzt nicht so, dass es von morgens bis abends geregnet hätte, doch das erwartete Summer-Feeling mitten im Australischen Winter kam nicht wirklich auf, also nix mit „Endless Summer“.

Insbesondere, dass ausgerechnet auf Fraser Island und den Whitsundays das Wetter nicht mitgespielt hat, hat schon etwas auf die Stimmung gedrückt. Dafür hatten wir dann wenigsten in Port Douglas, fast zum Abschluss der Queensland Reise, noch etwas Wetterglück – trotz schlechten Wetterprognosen war es jeden Tag sonnig, mit nächtlichen Regenfällen (who cares…).

Und jetzt zu den berühmten Stränden Queenslands! Da ich nun etliche Australien-Fans vor den Kopf stossen werde, eine kurze Warnung: wenn Du meine, zugegebenermassen durch das verunglückte Wetter beeinflusste, Meinung nicht aushalten kannst, dann bitte nicht weiterlesen. Für alle anderen in der Kurzfassung und in gutem Zürichdeutsch: „Haut mi nöd um“.

Vielleicht lag es daran, dass wir zuvor in Französisch Polynesien und den Cook Inseln gewesen sind (welcher Strand kann da noch mithalten) oder am Wetter oder an einer gewissen Reisemüdigkeit nach 3 Monaten unterwegs sein oder vielleicht eben doch, dass sie nichts besonderes sind? Zwar hübsch, aber vielleicht einfach nicht mehr? So, jetzt habe ich es gesagt! (Im Video weiter unten habe ich mir dann aber schon Mühe gegeben, sie ins rechte Licht zu rücken und hoffe, auch die nun verärgerten Australien-Fans werden das zu schätzen wissen!) Davon ausgenommen sind jedoch Fraser Island und die Whitsundays, die Strände dort sind wirklich ausserordentlich. Natürlich kann man Queensland oder gar Australien nicht nur an den Stränden messen, da gibt es noch eine Vielzahl anderer Dinge zu sehen und zu tun. Wenn man aber, wie wir, mit Kindern unterwegs ist, spielt es eben doch eine gewisse Rolle.

Wird uns vielleicht in Indonesien, unserem nächsten Reiseziel, der „Endless Summer“ erwarten? Bald geht es los nach Bali, Gili Travangan, Gili Meno, Gili Air, Lombok, Flores und noch weiter!

Stay tuned!

Gefahrene Kilometer in Queensland: 3’750km

Sydney

Sydney liegt am Meer und Städte am Meer mag ich irgendwie von Beginn weg. Das war schon in Barcelona oder Valencia so oder in Neuseeland beispielsweise Wellington, selbst Auckland, das einige als nicht sonderlich schön bezeichnen, fand ich trotzdem toll. Aber Sydney hat mir ganz besonders gut gefallen. Über Sydney könnte ich sicher ein halbes Buch füllen, doch ich will ja hier niemanden langweilen, also beschränke ich mich aufs Wesentliche.

In 7 Tagen kann man so einiges in der Stadt erleben, trotzdem hätte ich auch gegen 10 oder mehr Tage nichts einzuwenden. Also ja, es hat uns gefallen!

Als allererstes besorgen wir uns einen Wochenpass für alle öffentlichen Verkehrsmittel bis nach Manly Beach und Bondi Beach, damit wir Bus, Zug und Fähren nutzen konnten. Die Fähren sind ganz besonders nützlich, da die Stadt rund um einen natürlichen Hafen gebaut ist, ist man mit der Fähre oft schneller und direkter am Ziel.

Unsere Wohnung (übrigens ein echter Glückstreffer auf Airbnb, auf zwei Stockwerke verteilt, in einem Art déco Haus und Loft ähnlich ) im Stadtteil Woolloomooloo liegt nur 5 Minuten zu Fuss vom Central Business District. Wir können z.B. die St. Mary’s Kathedrale oder den Hyde Park locker zu Fuss erreichen oder in 100m in einen Bus Richtung Innenstadt oder Bondi Beach steigen.

Unser erster Ausflug führt uns zu Fuss über die Woolloomooloo Bay, mit der alten Werft, die heute als Hotel genutzt wird, zum Royal Botanic Garden, von wo man eine sehr gute Aussicht auf das Sydney Opera House, die Sydney Harbour Bridge und den Central Business District (CBD) hat.

Dann geht es weiter zum Sydney Opera House und Circular Quay, von wo aus die meisten Fähren starten. Nun wird mir bereits das erste Mal bewusst, dass diese Stadt wirklich lebt. Überall rund um den Circular Quai hat es Restaurants, Bars und Läden. Es ist immerhin mitten in der Stadt, was also für Zürich bedeuten würde, dass es dank einer Million Auflagen wie in einem Museum zu und her gehen würde, in Sydney jedoch hat es Platz für alles und alle: das Mainstream-Restaurant mit 300 Aussenplätzen, dem fliegenden Eisverkäufer mitten in der Fussgängerzone, dem kleinen Café mit der italienischen Kaffeemaschine (Marzocco, FAEMA, Brasilia, keine einzige Cimbali!), der Didgeridoo-Combo direkt vor den Fährschiffen (wäre ja in Zürich extremst verboten) oder dem Café Sydney mitten im altehrwürdigen Sydney Customs House. Auch in vielen ehemaligen Bankgebäuden finden sich Restaurants, Cafés und Boutiquen, was ich für Bankgebäude eh als die bessere Nutzung empfinde.

Am nächsten Tag geht es, wieder zu Fuss, zur St. Mary’s Cathedral, zum Hyde Park, über den CBD zu Darling Harbour, dann mit der Fähre zum berühmten Luna Park Sydney, der zwar einen riesen Kopf zu bieten hat, durch welchen man in den Park eintritt, ansonsten aber eher bescheiden ausfällt. Und immer wieder hat man die Sydney Harbour Bridge im Bild. Dieses massive Gebilde aus Stahl und Stein, mit den riesigen vier Pfeilern auf beiden Seiten, die übrigens überhaupt keinen statischen Nutzen haben, sondern nur aus austhetischen Gründen hinzugefügt wurden und wohl um die Bevölkerung in Bezug auf die Stabilität der Brücke zu beruhigen. Immerhin dienen sie heute teilweise als Museum und Aussichtspunkt und haben nicht zuletzt das Gesamtbild der Brücke geprägt.

In den nächsten Tagen besuchen wir noch den Sydney Taronga Zoo (lohnt sich wirklich und die Kinder lieben die süssen Koala Bären!), Manly Beach (naja), Bondi Beach (Surfers Paradise im Süden der Stadt, doch leider auch durch Haiangriffe berühmt-berüchtigt), das The Rocks Viertel (das älteste Viertel Sydneys), das Observatorium, Paddy’s Market, den Sydney Fishmarket, überqueren die Sydney Harbour Bridge zu Fuss, machen einen Abstecher per Fähre zur Cockatoo Insel (früher einmal eine Gefängnisinsel) und statten auch noch Sea Life einen Besuch ab (den Kindern hat’s gefallen).

Etwas wehmütig besteigen wir nach intensiven 7 Tage in Sydney den Flieger nach Brisbane, wo unser Wohnmobil für die nächsten 5 Wochen Australien schon auf uns wartet.

Und klar, auch von Sydney gibt es ein Flugvideo:

12 Apostel

Teil unseres Zwischenstopps in Melbourne sollte ein Abstecher zu den Zwölf Aposteln, ca. 230km südlich von Melbourne, sein. Dafür hatten wir ein Mietauto für 2 Tage reserviert, sowie eine Unterkunft in der Nähe der Zwölf Apostel, in Port Campbell.

Die Zwölf Apostel sind bis zu 60m hohe, im Meer stehende Felsen aus Kalkstein, die durch Erosion entstanden sind und nach Ayers Rock, das meist fotografierte Sujet in Australien. Obwohl sie Zwölf Apostel heissen, sind es eigentlich nur acht Felsen (bis 2005 waren es noch neun, doch die neunte Säule ist damals an der Basis zusammengestürzt). Zwölf Apostel tönt wohl einfach besser.

An diesem schroffen Küstenabschnitt gibt es noch weitere Sehenswürdigkeiten, wie z.B. London Arch, The Razorback, Loch Ard Gorge, um nur die wichtigsten zu nennen.

Viele „erledigen“ das ja in einem Tagesausflug, doch für die Anreise aus Melbourne braucht man gut 3 Stunden, d.h. man ist so gegen Mittag dort, zusammen mit allen anderen Reisegruppen… ausserdem konnten wir die Zwölf Apostel so zweimal besichtigen, am Nachmittag und am Vormittag, was sich als Vorteil herausstellte, da die Sonne nachmittags teilweise ungünstig stand (die Zwölf Apostel stehen nachmittags in ihrem eigenen Schatten!).

Port Campbell, unser Ziel für die Übernachtung, ist ein lustiges, kleines, verschlafenes Nest an der Küste, welches hauptsächlich vom Tourismus zu den Zwölf Aposteln lebt. Viel mehr darüber gibt es eigentlich nicht zu berichten.

Für die Rückreise haben wir dann die längere Route über die Great Ocean Road, einer wirklich spektakulären Küstenstrasse, genommen, was zwar mindestens eine Stunde länger, als die Route über das Hinterland dauert, jedoch den Mehraufwand auch wert ist.

Und hier noch ein kurzes Video aus einer etwas anderen Perspektive:

Melbourne

Melbourne haben wir als Zwischenstopp zwischen Thailand und Neuseeland eingeplant und ausserdem wollten wir die 12 Apostel (später davon mehr) südlich davon besuchen.

Von Melbourne wussten wir nicht so ganz, was wir erwarten sollten. Wir wussten, dass es eine grosse Stadt ist (klar, nicht so gross wie Sydney). Wir hatten gelesen, dass es dort ein paar Sehenswürdigkeiten geben würde (die alte Strassenbahn, den Hafen, das „Riesenrad“ Melbourne Star, die Innenstadt, der alte, überdachte Markt und weitere interessante Gebäude aus der Gründerzeit, nur um ein paar zu nennen). Zwei Freunden von uns hatte die Stadt nicht besonders gefallen, andere haben dort mehrere Jahre gelebt… viele Fragezeichen!

Und wie würde sich die Stadt wohl anfühlen? Jede Stadt hat für mich ihre besondere Atmosphäre und darum war ich besonders gespannt, was wohl Melbourne für einen „Vibe“ haben würde.

Gleich am ersten Tag sind wir zu Fuss im CBD (City Central Business District) auf einen Strassenmusikanten gestossen, der aus ausgedienten Baumaterialen einen wirklich tollen Beat gezaubert hat.

https://www.youtube.com/watch?v=8hYDtCHyYmE

Somit hatte die Stadt schon einige Pluspunkte gesammelt, denn wo es gute Strassenmusiker gibt, da fühle ich mich gleich wohl und entspannt. Überhaupt gab es immer wieder Strassenmusiker: einmal nur mit Gitarre und Musik im Stil von Joni Mitchell, dann eine Irish-Folk Band und dann wieder eine junge Singersongwriterin, mit irrsinnig viel Publikum.

Man sieht in den Strassen, auch im CBD, viele junge Menschen. Da Melbourne eine Universitätsstadt ist, sind wohl viele von ihnen Studenten. Sie wirkten auf mich entspannter (ausser die Asiaten natürlich – aber das ist an jeder Uni weltweit wohl so), als unsere Studenten an der Universität Zürich, sowohl die von heute, als auch diejenigen, als ich noch selbst immatrikuliert war. Da merkt man, dass wir in der Schweiz in einer ausgeprägten Leistungsgesellschaft leben.

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Dann haben wir natürlich die obligate Sightseeing-Tour (aber nicht im offenen London-Bus o.ä., falls ihr das gedacht habt!) absolviert: sind mit der alten Strassenbahn gefahren, den Hafen und den Melbourne Star besichtigt, den alten Markt besucht, den historischen Bahnhof, die schönen Parks und Promenaden um dem Yarra-Fluss entlang spaziert und „Little Italy“ einen Besuch abgestattet. In 2-3 Tagen locker zu bewältigen.

Zu „Little Italy“ noch ein interessantes Detail: dieses Quartier, das anders als in New York, nicht aus engen Gassen besteht, sondern über grosszügige Strassen, fast Boulevards, verfügt, ist die „grösste italienische Stadt ausserhalb Italiens“. So jedenfalls wird sie in Melbourne genannt. Was so viel heissen soll, dass es die grösste Gemeinde von Auslandsitalienern ist. Selbstverständlich haben wir uns ein feines Gelato gegönnt, in einer Gelateria, die ebenso gut in einer italienischen Kleinstadt der 80er Jahre hätte sein können und mit einer Besitzerin, welche, ganz in italienischer Manier, eine gute dreiviertel Stunde mit uns palavert hat und am Schluss noch Lara und Fiona eine Extrarunde Gelato spendiert hat.

Gewohnt haben wir übrigens im „Space Hotel“. Der Name liess den Zöllner am Flughafen zum Witz hinreissen, ob es dort Raketenzimmer geben würde (Zöllnerhumor vielleicht…). Gebucht hatten wir es, weil es als eines der wenigen Hotels im Zentrum von Melbourne über ein Familienzimmer verfügte. Es stellte sich dann heraus, dass es eine Art privat geführte Jugendherberge war, mit Gemeinschaftsduschen (wir hatten aber zum Glück eine eigene), Gemeinschaftsküche, Waschküche und strengen Alkoholregeln (kein Alkohol im Hause erlaubt, bei den vielen jungen Hausbewohnern, sicher eine gute Idee). Und auch hier haben wir uns rundum wohl gefühlt, haben in der Gemeinschaftsküche gefrühstückt und ab und zu auch gekocht. Wer es unkompliziert mag, dem kann ich es nur empfehlen.

Also uns hat Melbourne insgesamt gefallen, wenn wir es auch mit keiner anderen Stadt in Australien vergleichen können. Auf unserem Rückweg aus der Südsee werden wir ja dann noch in Sydney, Brisbane und Darwin halt machen.