Rangiroa, Tuamotu-Archipel

In etwa einer Flugstunde erreicht man von Papeete aus Rangiroa im Tuamotu-Archipel. Das Tuamotu-Archipel besteht, anders als etwa die Gesellschaftsinseln, aus einer Reihe von Atollen, also flachen Inseln (Motus) rund um eine Lagune. Rangiroa bezeichnet also nicht eine bestimmte Insel, sondern das ganze Atoll. Auf der flächenmässig grössten Insel im Nordosten des Atolls liegen die Dörfer Avatoru und Tiputa, rund 12km voneinander entfernt und in der Mitte der kleine Flughafen. An vielen Stellen ist die Insel so schmal, dass man von der Strasse aus links und rechts das Meer sehen kann. Die anderen Inseln des Atolls erreicht man mit regelmässig verkehrenden Wassertaxis, für die bewohnten Inseln oder mit privaten Booten, für die unbewohnten.

Die Lagune in der Mitte des Atolls ist bis zu 35km breit, so dass man die gegenüberliegenden Inseln nicht sehen kann. Man hat also den Eindruck, dass man ins offene Meer hinaussieht und bei Windstille ist die Lagune spiegelglatt. Auf dem folgenden Bild, welches zwar bei leichtem Wind aufgenommen wurde, sieht man keine Wellen bis zum Horizont.

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Auf Rangiroa lässt sich noch das ursprüngliche Polynesien erahnen. Auch hier ist der Fortschritt (Flughafen, Mobilfunk, Importgüter, Tourismus) längst angekommen, doch die Einwohner leben noch nach ihrem gewohnten Rhythmus: so ist zwischen 12 Uhr und 16 Uhr kein einziger Lebensmittelladen oder sonstiger Laden offen. Das bevorzugte Fortbewegungsmittel ist das Fahrrad, beim Kreuzen auf der Strasse grüsst man sich und Fahrradfahren nennen sie hier „faire une ballade“ (Spazieren fahren). Ab 16 Uhr versammelt man sich beim „Passe de Tiputa“, einem Meeresdurchlasses am östlichen Ende der Hauptinsel, um Delphine beim Spielen in der Strömung zu beobachten. Die Kinder vergnügen sich währenddessen lieber beim Hafen von Tiputa mit Sprüngen ins kristallklare Wasser.

Die Restaurants sind, nett ausgedrückt, „basic“ und nicht ganz günstig, meist von ausgewanderten Franzosen geführt, die in dieser abgelegenen Gegend aus dem einen oder anderen Grund „hängen geblieben“ sind. Wer z.B. einen kauzigen, ehemaligen Schiffskoch (so unsere Vorstellung zumindest) in seinem Restaurant erleben möchte, der muss unbedingt das „Obelix“ besuchen. Der Gast kann zwischen Fleisch oder Fisch wählen, beides entweder mit Reis oder Pommes Frites als Beilage. Der angeschriebene Mahi Mahi Fisch (ein lokaler Fisch) kann dann, je nach Verfügbarkeit, auch ein Thunfisch oder Marlin sein. Und bitte nicht allzu viele Fragen stellen oder gar Sonderwünsche äussern! Wer den Film „Life of Pi“ mit Gerard Depardieu als Schiffskoch gesehen hat, weiss, worauf ich hinaus will.

Die Übernachtungsmöglichkeiten auf der Insel bestehen, wie praktisch überall in Französisch Polynesien, aus recht teuren Pensionen oder noch teureren Hotels. Spätestens jetzt merkt man, dass auch das Paradies seinen Preis hat und wer wie wir, viel in Asien unterwegs gewesen ist, erlebt möglicherweise nicht nur einen Kulturschock, sondern auch einen Preisschock. Diesen erst einmal verdaut, entscheiden wir uns für das „Hotel Maitai Rangiroa“, einer sehr gepflegten Anlage, mit Bungalows im lokalen Stil und einer atemberaubenden Aussicht auf die Lagune.

Den Kindern gefällt es jedenfalls hier!

Doch auch im Paradies muss Lara ihre Hausaufgaben erledigen!

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Von Rangiroa aus gibt es eine Flugverbindung nach Fakarava, ebenfalls im Tuamotu-Archipel gelegen, UNESCO Biosphärenreservat, absolute Traumdestination für Sporttaucher und Lieblingstauchspot von Jean Michel Cousteau (dem Sohn des berühmten Jacques Yves Cousteau, aber davon später mehr). Diesmal hat es leider nicht dafür auch noch gereicht, doch wer weiss, eines Tages… in der Zwischenzeit trösten wir uns mit schönen Erinnerungen an Rangiroa:

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